Frau Holle - Ein Drehbilderbuch




Das Märchen der Brüder Grimm ist bekannt. Der Verlag Urachhaus, bekannt für seine anthroposophischen Bücher, setzt es in seinem Drehbilderbuch gestalterisch sehr schön um. Selbstverständlich bewegen wir uns hier in der Welt der Waldorfpädagogik, was mit einschließt, dass die gemalten Figuren ohne Gesicht (Auge, Nase, Mund) auskommen. Die Farbkompositionen sind in sanften Übergängen und wie ein zartes Aquarellbild gestaltet. Für mich kommt das Buch daher wie aus einer anderen Zeit, entspricht überhaupt nicht den Sehgewohnheiten. Es ist so erfrischend anders. Ein einfach schönes Bilderbuch zum Verweilen. Allein wie das Feuer im Backofen lodert, wenn man die Drehscheibe bedient, mach richtig Spaß anzuschauen. Und hier kommt das Interessante ins Spiel: Durch die Dimension der Bewegung erleben die Kinder die Geschichte auf andere Art. Ein Verweilen am und mit dem Buch wird selbstverständlich.
Frau Holle war schon oft in der Musikalischen Früherziehung dabei. Die Kinder waren immer regelrecht gebannt von den Bildern. Ganz ruhig und gespannt warteten sie ab, bis die Mutter und die Pechmarie im Haus erschienen sind, betrachteten beim Drehen den Verlauf der Wolken am Himmel. Die dicken, kartonierten Seiten machen einen äußerst stabilen Eindruck und verzeihen auch ein etwas ungeschicktes erstes drehen.
Gerade weil es so anders ist als die Märchenbücher, die man so kennt, kommt es bei den Kindern so gut an. Wer sich als Erwachsener darauf einlassen kann, bekommt mit diesem Buch eine sehr schöne Grundlage für ein Erzählen des Märchens.

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