Sei doch mal still




Warum soll ich still sein? Um die Welt zu hören: Offensichtliches, wie laute Schreie und eine Fliege am Fenster, aber auch Subtiles wie den Herzschlag und eigentlich gar nicht Hörbares wie einen Baum. Schönes, etwa einen Vogel, und weniger Schönes wie die Kanalisation.
Das Buch fordert den Vorleser heraus, denn es besteht durchgängig aus wörtlicher Rede, ohne Redezeichen zu verwenden. Ohne einer entsprechenden Intonation kann die Geschichte jedoch schwerlich sinnentnehmend gelesen werden. Auch für die Kinder ist es keine „klassische“ Geschichte. Sie sind aktiv aufgefordert, mit den beiden Protagonisten zu hören, wie die Welt klingt. Die Bilder geben „Höranlässe“ über den Text hinaus an: Einen Bus, das weinende Baby im Kinderwagen, Motorrad, eine Katze, etc. Die Bilder sind durchaus phantasievoll, tendenziell jedoch eher im Comic-stil gezeichnet und sparsam koloriert. 
Der Hanser Verlag bietet mit diesem Bilderbuch eine schöne Abwechslung fürs Kinderbuchregal.

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