Von allem ein bisschen - leichte Lekt├╝re­čÖł



Winterhochzeit

Teil 3 der Winter-Street Reihe, erschienen am 20.11.2017 im Goldmann Verlag.

Bislang habe ich weder etwas von der Autorin Elin Hilderbrand geh├Ârt noch von ihr gelesen, auch habe ich nicht realisiert, dass hier ein dritter Teil einer Reihe vorliegt. Naja, es war Adventszeit, es schneite gerade und ich suchte nach dem passenden Handtaschenbuch. Traditionell bleibt bei mir in der Vorweihnachtszeit wenig Zeit, lange am St├╝ck zu lesen. Ich wollte daher kurzweiliges, unkompliziertes Lesevergn├╝gen mit Pl├Ątzchen, Schnee und diesem viel beschworenen Weihnachtszauber. Das Cover ist h├╝bsch (mit einem kleinen bisschen Weihnachtskitsch…) und der Klappentext versprach leichte Unterhaltung.

Die Story ist so einfach gestrickt, dass es absolut kein Problem war, Teil 1 und 2 der Reihe nicht zu kennen. (H├Ątte ich es im Nachwort nicht gelesen, w├Ąre es mir m├Âglicherweise gar nicht aufgefallen). Irritierend ist, dass die Story kein bisschen das Versprechen des Covers einl├Âst. Der Leser muss sich erst einmal durch Fr├╝hling, Sommer, Herbst und Winter, merkw├╝rdige Liebesbeziehungen, Drogenprobleme, Gef├Ąngnisaufenthalte, verschollen im Afghanistan-Krieg-Probleme, Krebserkrankungen, Aids, Seitenspr├╝nge, das Leben einer Vogue Redakteurin, die eigenartigerweise Nachrichten moderiert, einen Sturm samt meteorologischer Erkl├Ąrung (in einem v├Âllig anderen Schreibstil vorgetragen), eine ungeplante Schwangerschaft, ein un├╝bersichtliches Figurenkonglomerat und allerhand nichtiger Probleme lesen, bis dann endlich mal Weihnachten kommt – und auch gleich wieder rum ist. Schon ist das Buch fertig.

Die Autorin scheint gro├čes Gefallen an additivem Erz├Ąhlen und der Konjunktion „und“ zu finden: „Sie und Potter und Patrick und Jennifer beschlie├čen, ins Summer House in Sconset zu fahren. […] Es gibt dort einen Pianisten und ein Kaminfeuer und freiliegende Deckenbalken und ├╝ppig gepolsterte Sessel (S. 99).“ S├Ątze wir „Kelley und Mitzi sind auf Nuntucket, und Kevin und Isabelle sind auf Nuntucket, und Pater Paul ist auf Nuntucket (S. 240).“gaben mir gelegent-lich das Gef├╝hl, als w├╝rde ich einen Grundschulaufsatz Korrektur lesen. Kann man mal machen, war aber nicht so wirklich vergn├╝glich. Um die Wartezeiten an der Supermarktkasse zu ├╝berbr├╝cken und f├╝r kurze Lesepausen hat es seinen Dienst getan. Scheinbar hat die Autorin eine treue Leserschaft, die das ganz anders sieht. Und das macht wieder deutlich: Jedes Buch hat seine Berechtigung, es muss nur den richtigen Leser finden.

Das f├╝r mich Gute an dem Buch: Ich wusste das „Anschlussbuch“, Uwe Timms „am Beispiel meines Bruders“, doppelt zu sch├Ątzen  – inhaltlich und stilistisch.

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