Ein Familienhörbuch



Ein schönes Hörbuch für längere Autofahrten

 Minus Drei und die wilde Lucy - Das große Dunkel

Das Hörbuch erschien im Juli 2017 bei Cbj
Leser: Andreas Fröhlich
1 CD, Laufzeit: 50 Minuten

Verlagstext:

Minus Drei ist eigentlich sehr mutig. Ein paar Dinge gibt es allerdings, vor denen er Angst hat. Vor allem aber hat er Angst vor der Dunkelheit. Und es wird sehr dunkel nachts in Farnheim und noch dunkler in der Höhle der Familie Drei. Wie gut, dass er Lucy hat. Die fürchtet sich nicht und ist auch immer da, wenn er ins Bett geht. Doch eines Tages, als er auf den Laden von Mama und Papa Drei aufpassen soll, verfliegt die Zeit so schnell, dass er sie glatt vergisst! Längst ist es Zeit nach Hause zu gehen, doch wo ist Lucy? Die Schatten an den Wänden werden immer länger ...



Die Geschichte vom kleinen Dino ist in Buchform längst Kult. Die Bücher kommen immer mit wenig Text und ausgesprochen lustigen Bildern daher, die den Text meist lediglich ergänzen. Wie ein solches Buch als Grundlage für ein Hörbuch dienen soll, machte mich dann doch neugierig.

Zum Leser:
Andreas Fröhlich ist eine wirklich hochkarätige Besetzung. Seine Lesungen kann man grundsätzlich blind kaufen. Man kennt ihn von der Eragon Reihe, dem Labyrinth der träumenden Bücher und der Schrecksenmeister. Der Sprecher ist zu Recht mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er verfügt über eine unglaubliche Ausdrucksvielfalt, eine Stimme, die er ganz herrlich moduliert und der man einfach zuhören kann.
Bis auf ein Kapitel wird auf Hintergrundmusik verzichtet. Die Hörer können sich ganz auf die Stimme und die Story fokussieren. Bei dem einen Kapitel, bei dem man auf eine musikalische Untermalung gebaut hat, ist leider die Musikart völlig falsch gewählt. Es klingt sehr beschwingt, fröhlich, obgleich hier ein nachdenklich, fast schon trauriger Inhalt transportiert wird. Ob man hier mit Hilfe der Musik die Macht der Worte abmildern wollte? Ich fand es schön, dass man nur eine kurze Sequenz auf diese Inszenierung gebaut hat. Fröhlichs Stimme hat keine musikalische Untermalung nötig. Es gibt kleine Geräuschimpulse, die via Ton die Handlung transportieren, aber grundsätzlich wird die Lesung sehr sparsam und vor allem sehr gut inszeniert.

Zur Geschichte:
Die Autorin hat den Mut, Realität in Geschichten zu verpacken. Hier geht es um Angst im Dunkeln, um so etwas wie Mobbing in der Schule, um Vertrauen der Eltern in ihr Kind. Die Kinder bekommen hier eine Geschichte erzählt, die eine ganz reale Lebenssituation wiederspiegeln könnte –  eine schöne, lustige, traurige, schlimme und alltägliche. Ute Krause gelingt es, das zu jeder Zeit klar ist, dass es sich um eine Geschichte handelt. Sie löst gekonnt die Konflikte auf, die sie langsam und anschaulich entwickelt hat. Es wird dabei nie belehrend oder gar kitschig. Minus Drei bietet hier einen idealen Sprechanlass für Themen wie:
-          Mobbing
-          Sich wehren (was ist gut, was[noch] vertretbar, und wo kann es gefährlich  werden)
-          Selbstvertrauen
-          Freunde
-          Alleine sein
-          Ängste
Die Figuren sind klar gezeichnet und taugen als Identifikationsmuster. Einzig die Namensvergabe sorgt Anfangs ein bisschen für Verwirrung. Die Antagonisten heißen Magma und Mignus. Da muss man schon mal genau hinhören, um zu differenzieren, ob nicht doch Minus, die Hauptfigur, gemeint ist.

Überraschenderweise vermisse ich die Bilder, die ja so charakteristisch sind für die „Minus-Bücher“, kein bisschen. Auf was ich hätte verzichten können, ist der ständige Hinweis, dass es sich um UR-Löwenzahn, Ur-… und Ur-… handelt. Ja, das ist doch klar bei einer Geschichte, in der ein Dino die Hauptfigur ist. Vermutlich ist das der eigentlichen Zielgruppe geschuldet: Kindergartenkinder.

Fazit:
Ein Hörbuch für die ganze Familie. Inhaltlich bietet es sich auch für die Größeren an, den Humor verstehen schon die Kleinen, auf Grund der zurückhaltenden Inszenierung ist es das ideale Auto/Reisehörbuch und die Stimme des Lesers ist ein Wohltat.

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