Empfehlenswerte Lesereihe für 8-12 jährige Mädchen


Lesereihe für 8-12 jährige Mädchen

Am liebsten würden Mädchen zwischen 8 und 12 wohl gerne den ganzen Tag mit ihren Freudinnen verbringen, zusammen lachen, sich dies und das erzählen, den Schulalltag gemeinsam bestreiten oder spannende Ausflüge mit der Familie oder Urlaube mit der Clique machen, reiten lernen, am PC spielen oder einfach in Ruhe chillen.

Wie schön, dass es Bücherreihen gibt, die es möglich machen, andere Gleichaltrige beim Erleben all dieser spannenden Dinge und Bewältigen von Herausforderungen zu begleiten, immer wieder auf das gleiche „Ensemble“ zu treffen und es in unterschiedlichen Situationen kennenzulernen. Die Protagonistin wird zu einer Vertrauten, die Mädchen begleiten sie durch all die Abenteuer und Erlebnisse. Die jungen Leserinnen erleben, wie Handlungsstrategien bei „ihrer“ Protagonistin wirken. Dinge, die man selber nicht erleben kann (ich sage nur Pferde…), werden hautnah und mit allem, was dazu gehört, erlebbar. Eintauchen in eine andere Welt, die aber deutliche Parallelen zur eigenen hat, wird zu einem (ent)spannenden Zeitvertreib.


Bücherreihen, die auf humorvolle, ernste, wertschätzende und wirklichkeitsnahe Weise Identifikationsmodelle anbieten, passten schon immer in die Zeit des Größerwerdens. Schön sind Reihen, die mit Phantasie und einer Prise Humor die Wirklichkeit der Mädchen aufgreifen, ohne belehrend zu sein, die unterhalten und dennoch einen Anspruch haben. Davon gibt es eine ganze Reihe – leider spielen gerade die Reihen für Mädchen recht häufig in Internaten, was zwar viel Abenteuer und Spaß verspricht, aber nicht wirklich die Lebenswelt der Mehrheit bedient. Ganz anders ist hier beispielsweise die Nele-Reihe. Zwischenzeitlich gibt es diese Kinderromane in den wirklich ansprechend gestalteten Hardcover-Ausgaben und als E-Books.

Mein Kind war nach einer Buchvorstellung in der Schule auf „Nele und die Glücksschokolade“ gekommen. In einem Rutsch wurde es durchgelesen – mit absoluter Begeisterung. Taschengeld wurde sogleich in ein neues Nele-Buch investiert. Zwischenzeitlich kennt sich das Kind sehr gut in Neles Welt aus und auch Freundinnen sprechen über die Bücher. Und macht das nicht auch gute Kinderliteratur aus? Das sie von ganz alleine darüber reden, dass die Bücher zum Sprechanlass werden?

Als E-Books – Version hat nun Band 13 Einzug gehalten. Interessant ist, dass bei uns die Hardcover-Versionen lieber gelesen werden. Ein Buch in Händen halten, das wertige, farbige Cover, hin und wieder kleine farbige Zeichnungen, unabhängig vom Akkustand sein – das wirkt sich in dem Alter offensichtlich noch auf die Lesemotivation aus. Nichts desto trotz möchte ich euch gerne Nele und die Hundeschule empfehlen. Nele liebt Hunde, besonders ihren Sammy, und bringt sich selber in Gefahr, um einen Hund zu retten. Eine wirklich nette, ansprechende und unterhaltende Geschichte.


Nele in der Hundeschule
Usch Luhn
Cbj Verlag

Klappentext:
Alles ziemlich friedlich auf Burg Kuckuckstein. Bloß Neles Erzfeindin Josefine trumpft mal wieder auf. Stolz führt sie ihr neues Malteser-Hündchen Prinz vor. Der junge Welpe ist eine richtig freche Kröte. Sogar Neles Hund Sammy ist ganz verärgert über den kleinen Störenfried. Prinz muss in die Hundeschule! Doch dann passiert etwas Schreckliches: Nach einer Übungsstunde ist Prinz plötzlich weg. Ist ein Hundedieb im Städtchen unterwegs? Nele meldet Sammy in der Hundeschule an und findet etwas Erstaunliches heraus.

Meinung:
Besonders gelungen ist, dass die Bücher nicht aufbauend und dem Lesealter entsprechend die Geschichten in je einem Buch abgeschlossen sind. Die Reihe ist stilistisch ansprechend, wenngleich von einer altersgemäßen Einfachheit gehalten, was die sprachlichen Mittel angeht. Hier unterscheidet sich die Autorin ganz eindeutig von den ganz Großen in Sachen Kinderbuch: Astrid Lindgren und Kirsten Boie. Ganz in der Tradition moderner Kinderliteratur wird aus der Perspektive eines Kindes erzählt, das in einer heilen Welt lebt. Nele ist eingebunden in eine idealtypische Familie aus verheirateten Eltern, die beide berufstätig sind und ergänzend Freunde und eine Großfamilie. Im Band 13 ist letztere repräsentiert durch Großtante Adelheit. Diese verfügt über einen Schatz an traditionellen Sprichwörtern und verortet sich damit gleich in einer anderen Generation, was auch am Namen ganz deutlich wird. Es gibt Haustiere, die das Familienidyll perfekt machen. Jedoch zeigen sich in der „Tierwahl“ und -Namensgebung erste antiautoritäre Impulse: der Haus-Papagei heißt Plemplem. Einen Kontrast zum Traditionellen bieten Anglizismen wie das „crazy“ Kostüm.

Fazit:
Nele muss man mögen! Seit es die Geschichten auch als Hörbücher gibt, haben auch jüngere Kinder Freude an ihr. 


Tipp:
Nele ist ein klassisches Bücherei-Buch. Die Karlsruher Kinder- und Jugendbücherei Prinz Max Palais führt die Reihe.

Viele Spaß mit Nele!

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