Gute Geschichten für Menschen ab 12




Gute Geschichten für Menschen ab 12

12 ist ein Alter, in dem es etwas knifflig ist, an richtig gute Bücher zu kommen. In der „Kinderecke“ der Bibliotheken ist man durch und fühlt sich sowieso nicht mehr ausgehoben, der Bücherschrank der Eltern erscheint noch nicht wirklich erstrebenswert, die Schullektüren reißen einen thematisch nicht wirklich vom Hocher und in Büchermagazinen fallen die Rubriken für Menschen ab 12 leider meist sehr knapp und dann auch noch einseitig aus.
Für alle, die noch Inspiration suchen, habe ich hier eine kleine Auswahl zusammengestellt:

 

Greenglass House
447 Seiten
Erschienen im Verlag Freies Geistesleben
19,90 Euro

Klappentext:
Greenglass House ist nicht irgendein Gasthaus. Es hat im Laufe der Jahre viele Schmuggler beherbergt und ist nur per Standseilbahn zu erreichen. Warum kommen dort mitten im tiefsten Winter lauter seltsame Gäste an? Milo, der chinesische Adoptivsohn der Pines, die das Gasthaus führen, glaubt nicht an einen Zufall – wer könnte das auch bei so vielen rätselhaften Diebstählen? So beginnt er seine Detektivarbeit …

Um was geht’s:
Das Gasthaus ist mindestens genau so alt wie interessant, rätselhafte und zwielichtige Gestalten gehen hier ein uns aus. Der Adoptivsohn der Wirte ist verwundert, dass ausgerechnet in den Weihnachtsferien, wo er endlich die Eltern für sich allein hätte und bei der Gelegenheit möglicherweise endlich etwas über seine leiblichen Eltern erfahren könnte, so viele unbekannte Menschen im Gasthaus auftauchen. Durch diese allerdings bekommt er die Chance, mit der Tochter der Köchin echte Recherchearbeit zu seltsamen Diebstählen zu betreiben. Die große Frage bleibt: Wird Milo etwas über seine Herkunft erfahren?

Die Autorin wurde für dieses Meisterwerk der Jugendliteratur mit dem Edgar Allan Poe-Preis 2015 in der Kategorie Kinderbuch ausgezeichnet.

Fazit:
Spannend und literarisch wirklich anspruchsvoll. Durch das Erzählen von Geschichten der einzelnen Gäste und dem Rollenspiel der Kinder Milo und Meddy und fordert den Leser / die Leserin heraus, selber des Rätsels Lösung zu finden.



 
Lizzy Carbon und der Klub der Verlierer, Band 1 von 2
240 Seiten
Magellan Verlag
14,95 Euro

 Klappentext:
Das Leben macht es der dreizehnjährigen Lizzy nicht leicht: ein Körper, der tut, was er will, Eltern, die nichts kapieren, und Klassenkameraden, die abfällig auf sie und ihre beste Freundin Kristine herabgucken. Da macht das anstehende Schulfest die Laune nicht besser – denn da darf sie garantiert eh wieder nur die Gläser spülen. Als sie diesen Gedanken im falschen Moment laut ausspricht, hat sie plötzlich ihre eigene Projektgruppe mit allen Außenseitern der Unterstufe am Hacken. Doch schon bald stellt sie fest: Wenn so ein „Klub der Verlierer“ erst mal in Fahrt kommt, ist die Niederlage nicht so vorprogrammiert, wie alle denken

Um was geht’s:
Grob gesagt: Um die unterschiedlichen Facetten des Außenseitertums von Jugendlichen, um Mobbing, Ausgrenzung und andere Schwierigkeiten beim Erwachsenwerden. Der Autor wählt allerdings keineswegs einen trübsinnigen, pädagogisch-mahnenden Weg. Das Buch ist voller Situationskomik, Humor, Rebellion und liebevoll ausgestalteter Charaktere.

Dieses Buch wurde 2017 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.

Fazit:
Aufgrund des Covers würde ich empfehlen, das Buch eher einer Teenagerin zu schenken, als einem jungen Mann.




Eine wie Alaska
304 Seiten
Dtv
9,95 Euro (Taschenbuch)

Klappentext:
Miles hat die Schule gewechselt. Auf dem Internat verknallt er sich in die schöne Alaska. Sie ist das Zentrum ihres Sonnensystems, der magische Anziehungspunkt des Internats. Wer um sie kreist, ist glücklich und verletzlich gleichermaßen, euphorisch und immer nah am Schulverweis. Alaska mag Lyrik, nächtliche Diskussionen über philosophische Absurditäten, heimliche Glimmstängel im Wald und die echte wahre Liebe. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Dass hinter dieser verrückten, aufgekratzten Schale etwas Weiches und Verletzliches steckt, ist offensichtlich. Wer ist Alaska wirklich?
Mit Anmut und Humor, voller Selbstironie und sehr charmant erzählt Green die zu Tränen rührende Geschichte von Miles, in dessen Leben die Liebe wie eine Bombe einschlägt.

Um was geht’s:
Das Buch ist in zwei Teile eingeteilt: Vorher und Nachher – vor und nach Alaskas Tod, dessen Grund Miles herausfinden muss. Es geht um Freundschaft, Erwachsen werden, Familie, Alkohol und Drogen, Nein-sagen, Aushalten, Verlieren und Zusammenhalten.
Die Rechte an der Verfilmung wurden an Paramount verkauft.

Fazit:
Dieses Buch hatte ich zuerst über die Onleihe als E-Books gelesen, es mir dann aber doch noch mal als physisches Buch gekauft. Ich kann es jedem nur empfehlen, es ist inhaltlich wie stilistisch nur gelungen.


 
Der kleine Hobbit
477 Seiten
dtv Junior
9,95 Euro

Klappentext:
Bilbo Beutlin, ein angesehener Hobbit, findet sich eines Morgens in der Gesellschaft von Gandalf, dem Zauberer, wieder - und von dreizehn Zwergen, die einer nach dem anderen unangemeldet in seine Wohnhöhle hereinplatzen. Und damit ist es mit seinem geruhsamen Leben vorbei. Gepackt von einer für Hobbits ungewöhnlichen Abenteuerlust nimmt er den Auftrag an, den Zwergenschatz, den der Drache Smaug einst gestohlen hatte, wieder zurückzuholen. Kein leichtes Unterfangen, denn Smaug sieht es gar nicht gerne, wenn jemand seinem Goldschatz zu nahe kommt.

Das gibt es dazu zu sagen:
Die Geschichte von Gandalf, Arven und Co sind bei der Jugend hier im Haus ausgesprochen beliebt. Das „klassische“ grüne „Hobbit-Buch“ von dtv ist von Anspruch und Durchhaltevermögen leider nicht wirklich für die Altersgruppe geeignet. Und das, wo doch die Vorgeschichte zu Herr der Ringe ganz bezaubernd ist. Nun gibt es die Jugend-Variante mit Kinder-Cover. 




 

Feo und die Wölfe
240 Seiten
Carlsen Verlag
14,99 Euro

Klappentext:
Feo und ihre Mutter leben in einer kleinen Hütte im Wald. Sie wildern Wölfe aus, die einst als Glücksbringer an die St. Petersburger Oberschicht verkauft worden waren, aber jetzt zu groß und wild geworden sind. Nun auf einmal sollen die Wölfe nicht bloß ausgewildert, sondern getötet werden. Doch Feos Mutter weigert sich und wird von General Rakow gefangen genommen. Feo kann in letzter Sekunde entkommen. Gemeinsam mit drei Wölfen, einem Wolfsjungen und einer bunt zusammengewürfelten Kindertruppe macht sie sich auf den Weg, um ihre Mutter zu retten und dem General die Stirn zu bieten.

Um was geht’s:
Durch die sehr eingängige, leichte Sprache und den unkomplizierten Stil können sich die Leserinnen und Leser voll und ganz auf die Geschichte einlassen: Es geht um verschneite russische Wälder, Familie, Wölfe, Zusammenhalt, Freundschaft, Werte. Das Setting in der Kälte der Wälder schafft eine märchenhafte Atmosphäre, ohne kitschig zu werden.

Fazit:
Die 12-jährige Protagonistin bei ihrem Abenteuer zu begleiten ist außerordentlich empfehlenswert.




Natürlich gibt es noch ganz viel mehr gute Jugendliteratur. Das hier ist nur eine kleine erste Auswahl. Ich empfehle für Jugendbücher gerne auch das Prinz-Max- Palais in Karlsruhe. Die Bibliothek und die Mitarbeiter dort sind großartig.

Kommentare